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Das Einhorn ist ein sagenhaftes Wesen, das in den Mythen vieler Länder auf der ganzen Welt vorkommt.
Besonders häufig begegnet man ihm in den im Mittelalter sehr beliebten Büchern über Fabelwesen.
Dargestellt wird es als weißes Pferd, ein schlankes Vollblut mit einem einzigen, spiralförmigen Horn mitten auf der Stirn.
Diesem Horn schreibt man heilende Kräfte zu, es soll zum Beispiel vergiftetes Wasser reinigen können.
Zum Einhorn gehören außerdem ein Löwenschwanz und ein Ziegenbart.
Oft erscheint es in verzauberten Landschaften, in Wäldern, auf Wiesen und in den Bergen.
Mit ihm verbindet man Kraft, Reinheit und Magie.
Die einzige Möglichkeit, es zu fangen, bestand in einer List: Man lockte es mit einem unschuldigen Mädchen an, und sobald das Einhorn den Kopf auf ihren Schoß legte, konnten die Jäger es töten.
Die Legenden über Einhörner wurden wahrscheinlich von realen Tieren wie dem Nashorn inspiriert.
Seit dem 15. Jahrhundert machten sich die schottischen Könige das Einhorn als Symbol für Souveränität und Macht zu eigen.
Auf beiden Seiten ihres Wappens ist es dargestellt.
Nach der Vereinigung von Schottland und England ersetzte man eines der Einhörner durch einen Löwen.
Auch heute fasziniert es noch, ebenso wie Drachen, Meerjungfrauen und Wyvern …
In den berühmten Wandteppichen „Die Dame mit dem Einhorn“ im Musée de Cluny nimmt es einen zentralen Platz ein, bei einer Dame, die von einem Einhorn und einem Löwen umgeben ist.
Dieses Bild inspirierte Gustave Flaubert, der in „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ über das Einhorn schrieb:
„Ich habe Hufe aus Elfenbein, Zähne aus Stahl, einen purpurfarbenen Kopf, einen schneeweißen Körper und ein Horn auf der Stirn, das die Farben des Regenbogens trägt. Ich reise von Chaldäa in die tartarische Wüste, an die Ufer des Ganges und nach Mesopotamien. Ich überhole die Strauße und renne so schnell, dass ich den Wind hinter mir herziehe.”