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Dame Agaisse stammt aus den Vogesen, unweit von Corcieux, und haust im dunklen Wald von Hennefête.
Sie kündigt ihr Kommen mit einem Schrei an, der dem Kreischen einer Elster täuschend ähnelt.
Im Volksmund der Vogesen nennt man die Elster „agaisse”, so kam die Fee zu ihrem Namen.
Denn sie ist tatsächlich eine Fee, allerdings eine böse, hochmütige Kreatur.
Sie verlangte, dass nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen aller Art, Bäume, die bescheidensten Blümchen und sogar die Menschen ihr die demütigendsten Ehren erwiesen.
Jedes Jahr, kurz nach Pfingsten, erschien Agaisse in ihrem gewaltigen Reich.
Auf ihren Ruf hin eilten Menschen, Tiere und Pflanzen herbei, um ihr zu huldigen.
Auf ihren Ruf hin eilten Menschen, Tiere und Pflanzen herbei, um ihr zu huldigen.
Sobald sie sichtbar wurde, mussten alle den Kopf senken und den Saum ihres Mantels küssen.
Als sie in jenem Jahr den kleinen Hügel im Wald von Hennefête erreichte, stieß sie einen so schrillen Schrei aus, dass man ihn bis zu fünf Meilen weit hörte.
Da neigten sich Buchen, Tannen, Lärchen und Haselnussbäume auf ihren Stämmen und beugten ihre Äste.
Die Tiere knieten zu Boden.
Vögel aller Art umschwirrten die Fee und formten eine dichte, lärmende Wolke.
Die Insekten summten hinter ihrer Brokatschleppe her.
Selbst die Felsen bebten an ihrer Basis, als wollten sie in der Erde versinken und ihre moosbewachsenen Köpfe verbergen.
Doch eines Tages beschlossen die alten, jahrhundertealten Eichen von Hennefête, müde davon, ihre majestätischen Kronen wie gewöhnliche Sträucher zu beugen, dem Zorn der Fee zu trotzen, und weigerten sich, ihr die jährliche Hommage zu erweisen, die sie von ihnen erwartete.
„Ihr stolzen Eichen, ihr haltet euch für zu groß, zu schön, um euch vor mir zu beugen? Ich werde euch zurechtweisen, ich werde euren Stolz brechen. Ihr wart die Riesen des Waldes, nun werdet ihr zu Zwergen. Ihr wart so schön, ihr werdet hässlich und missgestaltet sein und so bleiben, solange ihr existiert.“
Nach diesen Worten brach das Geäst der Eichen und ihre Stämme verzogen sich.
Seit dieser Beleidigung der Fee vor Jahrhunderten sind die Eichen von Hennefête kleiner als Tannen und Buchen.
Seit jenem denkwürdigen Tag wirken sie neben ihren fügsameren Brüdern, den Tannen und Buchen, ganz verkümmert.
Aber ihre knorrigen Stämme stehen immer noch stolz auf ihren Wurzeln, denn trotz ihrer Hässlichkeit trotzen sie weiterhin mutig Agaisse, die sie unerbittlich verfolgt, ohne ihren Willen zu beugen.
Und so sind die Eichen nach und nach aus den Vogesen verschwunden … ersetzt durch Tannen und Buchen, die zahlreich auf kleinen Privatgrundstücken wachsen.